Moin & Machen | NotAllPlastic

Das letzte Mal bei Moin & Machen haben wir uns vorgenommen, auf das Thema Müll und Plastik aufmerksam zu machen. Denn derzeit ist es wohl kaum zu übersehen, dass es sich um eine der großen, weltweiten Herausforderung handelt, die Welt von Plastik zu befreien und vor allem die Welt vor nicht enden wollenden Müllfluten zu schützen. Um nicht nur das Plastik-Problem zu begreifen, sondern auch Lösungsansätze zu vermitteln, haben wir die Community und Interessierte am 18. Februar ins Impact Hub zusammengetrommelt. Wir hatten natürlich auch wieder spannende Gäste eingeladen, nämlich die Plastik- Verwerter*innen und -Bekämpfer*innen höchstpersönlich.

Die Plastik-Bezwinger: Wildplastic

Chris durfte den Anfang machen. Er erklärte uns, dass die Abfallwirtschaft und das Recycling z.B. in der EU einigermaßen gut funktionieren, aber in vielen Entwicklungsländern gar nicht oder unzureichend ausgebaut seien. Dies führe zu einer erschreckenden Zahl: Etwa 79% des weltweit produzierten Plastik wird weder verbrannt oder recycelt. D.h. es gelangt einfach in die Natur oder bleibt auf Müllhalden liegen. Das Plastik zersetzt sich nur langsam und findet seinen Weg z.B. in die Weltmeere und von dort – Achtung! in unsere Atemwege und Verdauungsorgane. Etwa 5-6 Gramm pro Monat, was etwa dem Gewicht einer Kreditkarte entspricht. Guten Appetit?

Das Wildplastic Start-Up hat sich unter den auf der Welt befindlichen Plastikarten dem “wilden” Plastik angenommen. Zur Erläuterung: “Darunter verstehen wir Plastik aus der Natur, von den Straßen, von offenen Müllkippen, vom Strand oder aus dem Meer. Alles, was außerhalb des geschlossenen Recycling-Kreislaufs ist und – getreu unserem Motto “Recovered from nature” – aus der Natur geholt werden muss. Uns geht es darum dafür zu sorgen, dass kein neues Plastik (Virginplastic) produziert wird, das die Umwelt verschmutzen könnte. ” (Wildplastic)

Das von verschiedenen Plastiksammel-Organisationen (u.a. plasticbank, the ocean cleanup, plastics for change, empower […]) gesammelte Plastik wird zu Wildplastic geliefert. In der Fabrik wird es dann zum ersten Wildplastic-Produkt weiterverarbeitet: einer Mülltüte! So wird das wilde Plastik wieder gebändigt und zurück in den Recycling-Kreislauf geführt.

Neugierig geworden? Mehr Infos zu Wildplastic auf der Homepage und Social Media (Facebook, Instagram).

Ein Wettlauf gegen Plastik: runamics

Steffen von runamics hat mit seinen Co-Foundern eine Sportbekleidungslinie enwickelt, die auf biologisch abbaubare Polymere als auch Natur- und Regeneratfasern setzt. Er ist selbst leidenschaftlicher Läufer, hatte aber immer wieder ein ungutes Gefühl, wenn er seine mit Plastik durchzogenen Sportklamotten in die Waschmaschine geworfen hat. Denn ein Großteil des in die Natur gelangten Plastiks gelangt durch den Abrieb der Kleiung beim Waschvorgang über das Abwasser in Flüsse, Seen und Meere.

Neben Umweltfreundlichkeit setzt runamics auch auf Langlebigkeit: Den Kundinnen und Kunden steht u.a. ein repair & care Programm zur Verfügung, wie man es beispielsweise auch in ähnlicher Weise vom Outdoor-Riesen Patagonia kennt.

Mehr Infos zu runamics auf der Homepage und Social Media (Facebook, Instagram).

Dem Plastik-Problem ins Gesicht sehen: Generation Act #letsfacethewaste

Bei Generation Act dreht sich alles rund ums Machen. Denn jedermann und jedefrau kann etwas für eine nachhaltige und faire Welt tun, ganz unabhängig von Alter und Herkunft. Im Rahmen von Vorträgen, Workshops und Aktionen inspiriert das Team zum Mitmachen und zeigen, wie und wo jeder Einzelne von uns bei sich im Alltag anfangen kann. Die Initiative ist eng vernetzt mit dem Verein “Zero Waste Hamburg” – gemeinsam engagieren sie sich insbesondere zum Thema Zero Waste & Müllvermeidung. Katrin hat Generation Act vertreten und zum “einfach machen” motiviert. Übrigens gibt es einen gleichnamigen Podcast: #einfachMACHEN.

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Am Anfang schon das Ende im Sinn : Cradle to Cradle (C2C)

Andreas, der sich ehrenamtlich für die Regionalgruppe Hamburg der Cradle to Cradle NGO engagiert, stellte die C2C-Denkschule und das C2C-Designkonzept vor. Es handelt sich dabei um Prinzipien für eine stringent angestrebte Kreislaufwirtschaft, in der Materialien zirkulieren, die gesund für uns und unsere Umwelt sind. In einem geschlossenen technischen oder ökologischen Kreislauf können nach C2C designte Produkte sortenrein in ihre Einzelteile zerlegt und entweder wiederbenutzt, technisch recycelt oder wieder der Natur zurückgegeben werden. So soll alles, was wir nutzen, als ein Rohstoff oder Nährstoff für etwas Neues – eben “von der Wiege zur Wiege” – verstanden werden. Das alles basiert selbstverständlich auf der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Ressourcen. Das C2C-Konzept geht hierbei über den Ökoeffizienz-Gedanken hinaus. Anstelle nur die Optimierung der Ressourcen und Energie-Ströme von Produktherstellung bis zur -Entsorgung zu betrachten, steht die “Ökoeffektivität” eines Produktes oder Unternehmens im Vordergrund, also die ökologische Gesamtwirkung, und durch ein Produktdesign für geschlossene Kreisläufe fällt erst gar kein Müll mehr an. Eine entsprechende C2C-Produktzertifizierung gibt es in verschiedenen Stufen von  Basic,  Bronze,  Silber,  Gold bis  Platin.

Die gemeinnützige Cradle to Cradle NGO mit Sitz in Berlin verfolgt einen Bildungs- und Vernetzungsauftrag: Das Konzept soll bei Unternehmen, in der Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft immer mitgedacht und ultimativ zur Selbstverständlichkeit werden.

Weitere Informationen zur Cradle to Cradle NGO auf der Homepage und im Social Media: FacebookInstagramTwitter. Infos zur C2C Regionalgruppe Hamburg findet ihr hier und auch auf Instagram.

Die Stadt von Plastik befreien: Die Stadtreinigung Hamburg

Neben den Start-Ups und gemeinnützigen Organisationen haben wir uns gefreut, dass auch die Stadtreinigung Hamburg (eine Anstalt öffentlichen Rechts) unter den Gästen war. Genauer gesagt waren Kay, Pressesprecher Stadtreinigung und seine Kollegin Loreta, Referentin für Umweltbildung, dabei und haben uns erklärt, was die Hamburger Stadtreinigung in Sachen Plastik schon alles unternimmt. Insbesondere zwei Dinge standen dabei im Mittelpunkt der Präsentation:

1.) Die “Zero Waste Map”-App

Die Zero Waste Map ist ein digitales Verzeichnis und Kartierungsprogramm, um sich als Verbrauer*in über Möglichkeiten des nachhaltigen Konsums in seinem Umfeld zu informieren aber auch eigenes „Insider-Wissen“ mit einzubringen: Wo gibt es den schönsten, am vielfältig sortierten oder günstigsten Zero-Waste Laden? Wo das süße Café mit den Pfand To-Go-Becher, das bis jetzt noch niemand so richtig entdeckt hat? Check it out!

Hier ein Promotion-Video zur App.

2.) Der Einkaufsguide

Der Einkaufsguide der Stadtreinigung ist eine Art Abfall-ABC und klärt über Verpackungen und deren Entsorgung auf.

Mehr Informationen zur Stadtreinigung auf der Homepage und Social Media (Facebook, Instagram, Twitter)

Zum Nachhaltigkeitsbericht der Stadtreinigung

Von Plastik zu Purpose

… Danke für die erkenntnissreiche Diskussion am Ende der Veranstaltung und das ausführliche Networking.

Das Thema Plastik lässt dich nicht los? Noch mehr Wissenswertes: Im Plastikatlas der Heinrich Böll Stiftung und hier erfährt man von weiteren spannenden Initiativen: Soulincubator Act on Plastic.

#moinundmachen geht im März in die nächste Runde. Dann kooperieren wir wieder mal mit On Purpose. Wir arbeiten gerade an einem Online-Format! (#Corona)